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Nach all dem Trainieren und Planen wurde es endlich Zeit, den Ernstfall zu Proben. Also gings auf die Schwäbische Alb. Der Uracher Felstrauf und der Strömfeldweg Richtung 'Hohen Neuffen' schienen mir dafür am passendsten.

Der neue Rucksack ist ein Camelbag 'Alpine Explorer'. Die Trinkblase habe ich rausgeworfen und komme so auf ca. 32l Volumen. Der RS ist ein Vollkontakter am Rücken, d,h, der liegt satt an und entwickelt kein Eigenleben auf dem Trail. Diese ganzen Theorien zu Schwiessvermeidung durch Belüftung sind Kundenverarsche.

In einem Schotterfeld mit Sonneneinstrahlung, womöglich noch südseitig, fliesst der Schweiss in Bächen - mit oder ohne Belüftung.

An den RS kommen noch je Träger 1 Flaschentasche von 'raidlight'. So umgehe ich die keimigen Trinkblasen und ihre noch keimigeren Ventile. Diese Aussage gehört nicht zu den 'entgültigen Wahrheiten', sondern ist rein subjektiv *g*.

Ab hier wars entgültig aus mit der Rollerei. Bis zur Oberkante Albtrauf war Schieben nun alternativlos. Nein, falsch! Ein paar Meter tragen durften es dann auch noch sein.

Die Strecke führte über Neuhausen aufs Rossfeld und von dort zum Rossfels. Im obersten Teil bin ich rüber zum 'Dettinger Weg' gegrätscht, um mehr felsigen Untergrund bewältigen zu können. Vom Rossfels gings über Sonnenfelsen, Hölllöcher, Ostrand der Fohlenhofweide immer rauf und runter dicht am Trauf entlang. Dann ratterte ich den Downhill zum Gütersteiner Wasserfall hinunter. Eine Steilstufe getragen, 2x je ca 10m geschoben. In der Reststrecke hatte ich es eilig ;-). Dann im unteren Teil des Hanges nach Dettingen. Dort war Döner/Pommes-Time. Der 'king-kebab' war wie immer klasse. Mit voller Wampe rauf nach Kappishäusern, und von dort auf den erkalteten Vulkan Jusi. In der Tragepassage (160hm!) habe ich mir ernsthaft überlegt, ob ich den Döner nicht besser auskotze bevor ich keine Wahl mehr habe.

Merke: Fetter Döner = Grosse Pause!

Jedenfalls gings danach über das Hörnle weiter bis zur Weggabelung Hohen Neuffen - Dettingen. Und von dort Highspeed nach Dettingen und weiter nach Metzingen zur DB.

Diese farblich etwas gewöhnungsbedürftigen Treter sind ein Produkt von Decathlon:Quechua Forclaz 700 Novadry. 89,90€.

Klar war, dass für Alpenässe um die 2700m Höhe, sowie dem dazugehörenden Schotterambiente, ein Laufschuh nicht mehr in Frage kommt. Klar war aber ebenso, dass ich keine 150-200€ ausgeben wollte. Nach den guten Erfahrungen mit dem Trailrunner von Decathlon, hab ichs riskiert und dieses Modell erstanden.

Fazit nach diesem Probelauf: Super!

Gleich vorweg: als Wanderschuh würde ich mir den Schuh nicht kaufen wollen. Die Dämpfung im Absatz ist so überausgeprägt, dass der Fuss beim Aufsetzen ins Schwimmen kommt.

Aber für den Roller ist der Vorderfuss herrlich Weich in der Biegung, die Sohle hat einen höllen Grip auf Fels. Sogar mit patschnasser Sohle stand ich mit diesem Schuh auf dem extrem rutschigen Trittbrett der Wildkatze (das einzige Manko dieses Rollers) recht gut.

Hier ist die kurze Tragepassage zwischen Sonnenfels und Rossfels zu sehen. Das Tragen war in beiden Passagen dieser Tour ganz gut zu bewältigen - soweit es das Gehen anbelangt. Für die Schulter war es in der zweiten und längeren Passage die Hölle.

Viel schlimmer denn die Tragerei ist allerdings langes Schieben auf steilen Schotterwegen. Da brennen die Waden schon nach wenigen hundert Metern Strecke. Es ist auch nicht möglich in einen Trott zu verfallen um dann irgendwann anzukommen. Beim Rollerschieben auf Schotter muss man die Konzentration hoch halten und auf das Vorderrad achten. Nur vorausschauendes Steuern verhindert, dass man alle paar Meter aus dem Rhythmus gerissen wird und das blockierte VR über was-auch-immer heben muss.

Soweit es meine Kondition betrifft, habe ich genau hier noch Defizite.

Sowohl beim Cruisen auf Trails, als auch beim Schieben und beim Tragen ist alles was am Roller hängt von Übel. Mit dem Rucksack bleibt man nirgends hängen, nichts beeinträchtigt den Schwerpunkt, und beim Tragen fällt einem nicht alles auf den Kopf *g*.

Sonnenfels und Blick ins Ermstal. Auf diesem Untergrund sind in einem längeren Bergaufstück 2 mtb'ler auf mich aufgefahren (ich habe da geschoben). Die nachfolgende Abfahrt bestritt ich mit wenigen Metern Vorsprung. Die beiden dachten wohl, dass da wo ein Roller runter rauscht, sie blind folgen können. Da haben die Wendigkeit der TEKTOSS-Wildkatze unterschätzt.

Jedenfall hörte ich hinter mir erst einen "Bums" und dann einen Fluch. Die beiden kamen noch einmal dicht an mich heran, um mich auf der nächsten Abfahrt wieder zu verlieren. Ich hab sie dann nicht mehr wieder gesehen. Da rechts der Weidezaun war, und links die Felsen ins Tal abfielen, haben sie es wohl aufgegeben *flööööt*.

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Jahrgang 1949

-Klettern by all means seit 1964

-1 Jahr Knast wegen erwiesenem Schwachsinn.

-Berufungen u.a. als Gärtner, Aushilfskoch, Coach und Monteur.

-Einen sehr gelungenen Sohn.

-Mit einer Frau verbandelt, die auf allen Gebieten mindestens 1 Kunststück kann.

-Die letzen Jahre mehr auf dem mtb denn am Fels-

und die Wüsten als neue Spielwiese entdeckt.

-Fazit: das was wichtig ist, ist letzlich gut geworden. die Jahre in denen es nicht so gut lief, sind nur der Preis, der dafür nötig war.